ISBN: 978-3-462-03703-6
Erscheinungsdatum: 24. September 2009
176 Seiten, Gebunden
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Warum ich ein wütender Schriftsteller wurde: Maxim Biller und die Deutschen
Geboren wurde er in Prag, mit zehn Jahren kam er nach Deutschland, mit siebzehn fing er an zu studieren – die Deutschen, ihre Bücher, ihre Frauen, ihre Fehler. Billers autobiographisches Buch erzählt wie ein Roman die tragikomische Geschichte eines Juden, der in einem Land Schriftsteller wird, in dem es keine Juden mehr geben sollte.
Dieses Selbstporträt zeigt, wie man sich selbst auf die Spur kommt – und seinen Freunden und Feinden. Bei Maxim Biller sind es die Juden und die Deutschen, die Reihenfolge spielt keine Rolle. Er erzählt leicht, ironisch und poetisch von einem jungen Mann, der immer wieder hört, er solle nicht darauf bestehen, der zu sein, der er ist, und spätestens dann allen klarmacht, dass er nicht zu bremsen ist, als er mit dem Schreiben beginnt.
Was der Leser bekommt, ist die Geschichte vom Künstler als jungem Mann, der nach seinem Ort im Leben sucht. Billers erster Roman wird auf einer Reise nach Israel zusammen mit dem Autor bei einem Anschlag beinahe in tausend Stücke gerissen und erscheint zum Glück trotzdem nie. Biller ist also längst Schriftsteller, als er Journalist wird, er schreibt in der Zeit, im Spiegel und sagt nicht Nein, als für ihn die Tempo-Kolumne »100 Zeilen Hass« erfunden wird, was er später manchmal bereut, manchmal nicht. Als die Frankfurter Juden Fassbinders Stück »Der Müll, die Stadt und der Tod« verhindern wollen, geht er mit seinem besten Freund Donny Gold lieber ins Bordell. Überhaupt Donny. Der geht eines Tages nach Israel, um dort zu erkennen, dass die Israelis auch nicht wirklich Juden sind.
Mit diesem Buch kommen die frühen 80er-Jahre zurück, München, die heimliche Hauptstadt, der Abendhimmel über dem Schumann’s, der Eisbach im Englischen Garten, Pop und New Wave, und immer wieder Bücher: Pasternaks »Geleitbrief«, Mordecai Richlers »The Street« und später Bob Dylans »Chronicles«. Was Biller liefert, steht in dieser Tradition: eine Künstler-Lebensgeschichte. Oder wie er es sagen würde: »Mit zwanzig wissen wir alles, mit dreißig wissen wir es wirklich, und mit vierzig wissen wir gar nichts mehr.«
»Biller ist nachdenklicher geworden, aber seinen Witz, die scharfe Beobachtungsgabe und den spielerisch leichten Schreibstil hat er nicht verloren.« Focus
»[...] ein verdammt gutes Buch. Biller ist es gelungen, die Juden in Deutschland sichtbar zu machen, auch wenn viele gern unsichtbar geblieben wären.« Alan Posener, Welt am Sonntag
»[Ein] herausfordernd ehrliches Buch.« Sächsische Zeitung
»Die Erzählung ist voller brillanter Szenen und Sätze [...]. Es geht darum, die Erzählung, ihre Präzision und den Blickwinkel der Beobachtung in der übertreibenden Zuspitzung zu nutzen, um etwas Neues zu sehen. [...] Alles in allem: Der gebrauchte Jude wird hier dringend gebraucht.« Peter Unfried, taz
»Ein Buch voller Weltschmerz und Wehmut, exzellent geschrieben [...].« Roland Mischke, Rheinischer Merkur
»Biller kann [...] exakt beobachten, wiedergeben, messerscharf analysieren und vor allem wunderbar schreiben.« Münchner Merkur
»Biller kann unwiderstehlich rythmisch pointiert schreiben. Er besitzt die fabelhafte Eigenschaft, mit kurzen Sätzen zu fesseln. Es macht nahezu süchtig, wie er unauffällig überraschende, zugleich einleuchtende Worte und Satzteile zusammenfügt.« Joachim Kaiser, Süddeutsche Zeitung
»Maxim Biller hat das sprachlich perfekte Exposé seiner möglichen Autobiografie vorgelegt.« Rainer Nowak, Die Presse am Sonntag
»Zu lesen sind seine Szenen der Erinnerung - viele beziehen sich auf die 80er und 90er Jahre - unterhaltsam. Schreiben kann Biller: larmoyant, aufsässig, gemein, witzig, pointiert.« Carsten Hueck, Deutschlandradio
»Ob seine Leser ihn nach der Lektüre so sehen, wie er sich selbst, sei dahin gestellt. Sicher aber ist, dass sie - sofern die keine Scheu vor einer zynischen Betrachtung Deutschlands, Israels und des Judentums haben - hingerissen sind: von der federleichten Sprache, dem aufsässigen Stil, der subtilen Komik, dem intellektuellen Anspruch.« Frauke Kaberka, dpa
»[Maxim Biller] würzt seinen Text mit [...] Stilsicherheit, seine[r] poetische Ader und [der] feine[n] Selbstironie [...]. orf.at
»Maxim Biller hat mit seinem Selbstporträt Der gebrauchte Jude ein großes Stück Literatur und literarisch verdichtetes Leben geschaffen.« Viola Roggenkamp, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Seine besten Texte sind wie mit der Axt geschrieben. Es steht dazu in keinem Widerspruch, dass er ein großer Stilist ist. Deswegen und weil er so gekonnt provoziert, verschlingt man seine Bücher.« Hessisch-Niedersächsische Allgemeine
»Sicher ist, dass [die Leser] - sofern sie keine Scheu vor zynischer Betrachtung haben - hingerissen sind: von der federleichten Sprache, dem aufsässigen Stil, der subtilen Komik, dem intellektuellen Anspruch.« Frauke Kaberka, Nordkurier
»Es ist ein bemerkenswertes Buch geworden. Gerade in seiner besessenen, subjektiven Zuspitzung auf die Frage, wie man am Ende des 20. Jahrhunderts in Deutschland als Jude leben kann, darf, soll, muss, könnte, müsste, gewinnt es seine objektive Gültigkeit.« Florian Illies, Die Zeit
»[...] ein eminent wichtiges Buch [...].« Hellmuth Karasek, Berliner Morgenpost
»[...] eines der aufrüttelndsten, bemerkenswertesten Bücher dieses Herbstes.« Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel
»[...] Biller erzählt auf die ihm eigene, prägnante Weise: smart konstruiert, stilsicher, treffend; in einem autobiografischen Versuch mit romanhaften Elementen. Ein Schlüssel zum Verständnis Maxim Billers - aber auch ganz einfach eine lesenswerte Geschichte.« WDR, Funkhaus Europa
»Ein heiterer Entwicklungsroman und ein Selbstporträt voller Tiefgang.« Richard Herzinger, Welt am Sonntag
»[...] glänzend beobachtet [...] und betont unsentimental« Alexander Surym, Tages-Anzeiger
»Ein lockeres und zugleich gescheites Buch wie ein feines Herbstwochenende [...].« the gap
»Maxim Biller schreibt eine sich einmischende Literatur, durchaus in der Tradition von Heinrich Heine, Kurt Tucholsky und Karl Kraus.« Ulrich Steinmetzger, Thüringsche Landeszeitung
»Traurig und genial zugleich.« Rainer Nowak, Die Presse
»Ein wunderbares Buch, aus dem ich viel gelernt habe.« Arno Luik, STERN
»Ich habe lange kein leidenschaftlicheres und zärtlicheres Buch gelesen als Maxim Billers Selbstporträt. Was für eine Jugend zwischen Bibliotheken und Synagogen, Bankentürmen und Kritikerwohnungen, was für eine Spurensuche zwischen Prag, Jerusalem und Hamburg, aufgeschrieben in einer Mischung aus Weltschmerz, Komik und Lakonik, die Biller wie kein zweiter beherrscht.« Matthias Matussek, DER SPIEGEL
»Wer wissen will, wie Maxim Biller wurde, wer er ist, muss dieses Buch lesen. Bekannt geworden als Polemiker und Hass-Schreiber, begegnet dem Leser ein zarter, verletzlicher junger Mann, der - auf der Suche nach sich selbst, seiner Berufung und einer Art Heimat - vor allem Freunde und ein paar richtige Idioten findet. Es ist Billers bisher schönster Text.« Ulf Poschardt, Welt am Sonntag
»Man muss staunen und lachen und nachdenken. Dies ist ein warmherziges Buch über ein kaltes Land.« Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Und so war es nach dem Lesen: ich hatte viermal gelacht und zweimal geweint und ein paar Dinge verstand ich nicht, aber vor allem war ich froh, dass Maxim Biller dieses Buch geschrieben hat, das so viel über Deutschland erzählt. Und noch mehr darüber, wie es ist, der zu werden, der man vielleicht niemals sein wollte, und dabei glücklich zu sein.« Matthias Kalle, ZEIT-Magazin
»Maxim Biller hat ein furioses Buch geschrieben, das von einem Deutschland handelt, welches immer noch viele übersehen und übergehen. Er gibt dem Leben der Anderen eine selten poetische und kraftvolle Stimme.« Imran Ayata, Hürriet Love Express
Maxim Biller, geboren 1960 in Prag, lebt seit 1970 in Deutschland. Von ihm sind bisher u.a. ...
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