Anthony Kiedis
Scar Tissue
Der Sänger der Red Hot Chili Peppers -
Die Autobiographie

ISBN: 978-3-462-03483-7

Erscheinungsdatum: 07. Juni 2005
544 Seiten, Taschenbuch
Titel der Originalausgabe: Scar Tissue
Aus dem Englischen von Axel Henrici
Mit zahlreichen Fotos aus dem Privatarch
Lieferbar
Euro (D) 14.95 | sFr 26.90 | Euro (A) 15.40


Zum Inhalt

Voll Speed voraus: Anthony Kiedis von den Red Hot Chili Peppers erzählt

Als Sänger und Songwriter der seit über 20 Jahren erfolgreichen Band Red Hot Chili Peppers lebt Anthony Kiedis in Extremen: extrem viel Drogen, extrem viel Sex, extrem viel Zweifel. Riesenglücksgefühle, schlimme Abstürze. Drogenabhängig, clean für sechs Jahre, dann – auf dem Höhepunkt des Erfolges – wieder ein Rückfall. Ein intimer, schonungsloser Bericht eines Stars, der alles, was er tut, mit großer Leidenschaft macht.

Anthony Kiedis ist das Kind von Hippie-Eltern. Als er im Alter von zwölf Jahren zu seinem Vater nach Los Angeles zieht, bekommt er von ihm nicht nur den ersten Joint verpasst, sondern wird gleich in das Love, Sex & Drugs-Leben der dortigen Künstlerszene eingeführt. Der frühe HipHop öffnet dem Kunststudenten Anthony die Augen dafür, dass man nicht Freddie Mercurys Stimme haben muss, um ein Sänger zu sein. Anfang der 80er gründet sich die Urformation der Red Hot Chili Peppers. Von Anfang an mit dabei: Drogen.

Ungeheuer bewegend erzählt Kiedis, wie er hin- und hergerissen wird zwischen Überlegenheitsgefühlen, dem Verlangen nach Intensität – und den Abstürzen, die mehr als einmal dazu führen, dass die Existenz der Band infrage gestellt wird. Seit vier Jahren ist Kiedis wieder clean, doch für ihn bleibt es ein Tanz am Abgrund.

In Scar Tissue erzählt ein außergewöhnlicher, sympathischer Künstler mit großer emotionaler Offenheit über sein Leben und seine Weggefährten, zu denen Kurt Cobain, Nina Hagen, Eddie Vedder, Rick Rubin, Sophia Coppola u.v.a. gehören. Scar Tissue ist damit auch ein Dokument der Musikszene der amerikanischen Westküste, die neben den Red Hot Chili Peppers Nirvana, Pearl Jam, Foo Fighters, Suicidal Tendencies und Jane’s Addiction hervorgebracht hat.

Larry Ratso Sloman, Co-Autor des Buches, lebt in New York City. Autor u. a. von On the Road With Bob Dylan.

Rezensionen

»Anthony Kiedis’ Offenheit ist bewegend.« Publishers’ Weekly

Begeisterte Leserstimmen:
»This book rocks as hard as the Peppers do.« Amazon.com-Kunde Zubie, Long Island, New York

»Die beste Autobiographie eines Rockstars, die ich je gelesen habe. Kaufen Sie sich genügend Vorräte, bevor Sie mit der Lektüre anfangen. Sie werden das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen. Ein fesselnder Bericht über den Aufstieg eines Stars und den parallelen Abstieg in die Drogensucht.« Laura Sandve, New Jersey

»Raw, honest and brillant, without-a-doubt the best autobiography I have ever read.« Pete Capra, Brisbane, Australien

Buch kommentieren

Kommentieren Sie dieses Buch:


Über den Autor/ die Autorin

Anthony Kiedis, geboren am 1. November 1963 in Michigan, ist Mitbegründer, Texter und ...
Mehr über Anthony Kiedis

Leseprobe

»Wo ich herkomme? Aus Michigan.«

Schon seit drei Tagen ballerte ich mir mit Mario, meinem mexikanischen Dealer, Koks in die Venen, als mir unser Auftritt in Arizona einfiel. Zu diesem Zeitpunkt hatte meine Band, die Red Hot Chili Peppers, erst ein Album herausgebracht, und wir waren eigentlich auf dem Sprung nach Michigan, um dort unser zweites Album aufzunehmen. Doch vorher stand noch ein Gig in einem Steakhouse in Arizona an, den unser Manager Lindy organisiert hatte. Der Promoter war ein Fan von uns und bereit, uns mehr zu bezahlen, als wir wert waren, und da wir das Geld alle brauchen konnten, willigten wir ein, dort zu spielen. Nur, dass ich total im Eimer war. Das war ich eigentlich immer, wenn ich nach Downtown L.A. fuhr und mich mit Mario traf. Mario war eine ziemliche Marke. Schlank, drahtig und durchtrieben, sah er aus wie eine etwas größere und kräftigere Ausgabe von Mahatma Gandhi. Er trug eine dicke Brille, wodurch er weder bösartig noch einschüchternd wirkte. Doch jedes Mal, wenn wir koksten oder fixten, kamen seine Geständnisse. »Ich musste jemandem wehtun. Ich arbeite als Schuldeneintreiber für die mexikanische Mafia. Die rufen mich an, und ich will dann immer gar keine Details wissen. Ich mache einfach meinen Job, ziehe den Betreffenden aus dem Verkehr und kassiere mein Geld.« Man wusste nie so genau, ob das, was er sagte, auch stimmte.

Mario lebte Downtown in einer alten achtstöckigen Mietskaserne und teilte sich eine ziemliche Bruchbude mit seiner uralten Mutter, die stets stumm in der Ecke ihres klitzekleinen Wohnzimmers saß und sich irgendwelche mexikanischen Seifenopern anschaute. Hin und wieder brach es aus ihr heraus, und sie zeterte auf Spanisch vor sich hin, und dann fragte ich ihn jedes Mal, ob es wirklich so eine gute Idee sei, unsere Drogen hier zu nehmen – denn er hatte einen riesigen Haufen Drogen und Spritzen und Löffel und Tourniquets vor sich auf dem Küchentisch liegen. »Keine Angst. Die sieht und hört nix, die weiß nicht, was wir hier machen«, versicherte er mir. Also jagte ich mir einen Speedball nach dem anderen rein, während Omi im Nebenzimmer saß.

Mario war im Grunde kein Kleindealer, sondern eine Art Mittelsmann für die Großhändler, sodass man unglaublich viel Knall für seine Knete bekam. Dafür musste man aber seine Drogen mit ihm teilen. Was wir auch an besagtem Tag in seiner winzigen Küche taten. Marios Bruder, der gerade frisch aus dem Gefängnis kam, war auch da. Er saß auf dem Fußboden und schrie jedes Mal, wenn er wieder vergeblich nach einer funktionierenden Vene in seinem Bein gesucht hatte. Es war das erste Mal, dass ich jemanden sah, dem die Nutzfläche an den Armen ausgegangen war und der darum gezwungen war, sein Bein anzustechen, um sich einen Druck zu setzen. Das ging noch ein paar Tage so weiter, bis wir uns irgendwann das Geld für noch mehr Koks regelrecht erschnorren mussten. Aber nun war es halb fünf Uhr morgens, und mir wurde klar, dass wir noch am selben Abend auf der Bühne stehen würden. »Okay, höchste Zeit, noch etwas Dope zu kaufen, schließlich muss ich heute noch nach Arizona, und mir geht’s nicht so besonders«, beschloss ich.

Also stiegen Mario und ich in meine popelige Schrottkarre, einen grünen Studebaker Lark, und fuhren in einen noch gruseligeren, dunkleren, noch unfreundlicheren Teil des Ghettos, in dem wir uns bereits befanden, in eine Straße, auf die einen normalerweise keine zehn Pferde bringen würden, nur dass man hier eben den besten Preis bekam. Wir parkten und liefen dann ein paar Häuserblocks weiter, bis wir ein heruntergekommenes altes Haus erreichten.

»Glaub mir, da willst du nicht mit rein«, sagte Mario zu mir.
»Da drin kann alles passieren, und ganz bestimmt nichts Gutes, also gib mir einfach das Geld, und ich besorg den Stoff.«

(© 2005 by Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln. Alle Rechte vorbehalten)

Weiterführende Links


Lesetipps

Buchcover: The Way I Am

The Way I Am

Eminem

mehr

Buchcover: Man braucht verdammt lang, um hinzukommen

Man braucht verdammt lang, um hinzukommen

Matthew McIntosh

mehr

Buchcover: Die Informanten

Die Informanten

Bret Easton Ellis

mehr

Gewinnspiel


Juli-Quiz

Nur 5 Fragen richtig beantworten.
Es gibt 5 × 1 druckfrisches Buch zu gewinnen!
mehr