ISBN: 978-3-462-03313-7
Erscheinungsdatum: 19. September 2003
368 Seiten, Gebunden
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Die Inkubationszeit des Terrors: eine extreme Liebesstory und eine exemplarische deutsche Geschichte Vesper, Ensslin, Baader ist eine biographische Erzählung, die sich auf unbekannte persönliche Dokumente der Akteure stützen kann. Gerd Koenen liefert damit nicht nur einen Schlüssel zum »Roten Jahrzehnt« der 68er-Revolte, sondern zur Geschichte Nachkriegsdeutschlands insgesamt. Gudrun Ensslin und Andreas Baader waren so etwas wie das Urpaar des deutschen Terrorismus, die Frankfurter Kaufhausbrandstiftung von 1968 der Urakt. Beide verließen ihre Lebensgefährten und ihre Kinder, um sich auf einen Pfad zu begeben, der zwei Jahre später zur Gründung der RAF führen sollte. Unter welchen inneren Konflikten das geschah, erschließt sich erst aus persönlichen Zeugnissen und Berichten; die zu Ikonen erstarrten Figuren bekommen ein menschliches Gesicht.
Bernward Vesper, Sohn des Nazidichters Will Vesper, langjähriger Verlobter Gudrun Ensslins und Vater ihres Kindes, war der unglückliche Dritte in dieser Geschichte. In derselben chaotischen Periode 1969/70, in der Baader/Ensslin in den Untergrund gingen und die ersten bewaffneten Gruppen sich bildeten, ging Vesper auf seinen eigenen Trip. Mit Hilfe von Drogen, erotischen Erfahrungen, theoretischen Lektüren und schonungsloser Selbstanalyse wollte er seinen »faschistischen Charakterpanzer« zertrümmern und sich zum bewussten Revolutionär ausbilden. Sein autobiographischer Bericht Die Reise gilt – seit er posthum im »Deutschen Herbst« 1977 erschien – als das literarisch bedeutendste und authentischste Dokument dieser zeittypischen Radikalisierungsprozesse.
Vesper, Ensslin, Baader ist eine extreme Liebesstory und zugleich eine exemplarische, längst zum Mythos gewordene Geschichte, die ins Herz des deutschen Familienromans führt. Mehr unter www.gerd-koenen.de
»Man kann das System der Bundesrepublik Deutschland in den Begriffen der politischen Theorie beschreiben, aber man kann es auch als Schicksalsdrama zwischen den Generationen erzählen. Kaum jemals ist dieser Versuch so glänzend, so erregend gelungen wie in Gerd Koenens Urgeschiche der Roten Armee Fraktion ... Ein besseres Buch über diesen Schrecken wird es so bald nicht geben.« Lorenz Jäger, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Koenen erweist sich als packender Erzähler so gut wie als genau recherchierender Historiker … Es ist die gar nicht zu überschätzende Leistung von ihm, dass er Raum geschaffen hat für schmerzendes Nachsinnen.« Fritz J. Raddatz, Die Zeit
»Gekonnt komponiert und fesselnd geschrieben« Anselm Doering-Manteuffel, Süddeutsche Zeitung
»Eine höchst bewegende und zugleich analytisch bestechende Zeitgeschichte« Mariam Lau, Die Welt
»Brillant geschrieben« Helmuth Karasek
»Die Auseinandersetzug mit der Roten Armee Fraktion fängt erst an. Koenens Buch ist dazu eine starke Stimulanz.« Martin Oehlen, Kölner Stadt-Anzeiger
»Ein faszinierendes Buch. Man muss es gelesen haben, wenn man an Aufklärung über die Zeit der großen Revolte interessiert ist... eine spannend erzählte Bildungsgeschichte der Entgleisung.« Martin Altmeyer, Kommune
»Ein spannender Überblick über eine spannende Dekade.« Bastian Fleermann, Rheinische Post
»Ein fesselndes Buch« Volker Ullrich, Tages-Anzeiger
»Koenens aufklärerisch, hervorragend geschriebenes Buch, nimmt allen die Grundlage, die glauben, die RAF sei noch zu einem Mythos zu stilisieren. Eine ausgezeichnete Darstellung einer tödlichen Verblendung.« Michael Kluger, Frankfurter Neue Presse
»Nach diesem Buch muss die Geschichte der Bundesrepublik umgeschrieben werden.« Eckehard Fuhr, Die Welt
»Für die Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik liefert der Autor mit seinen Entmythologisierungen aussagekräftiges Material. Was für ein Buch!« Eckhard Jesse, Rheinischer Merkur
»Koenen gibt den Ikonen des ›Roten Jahrzehnts‹ aus der Distanz der Jahre noch einmal Wesen und Gesicht.« Petra Kollros, Südwest Presse
Gerd Koenen wurde 1944 in Marburg geboren. Er hat Geschichte und Politik in Tübingen und ...
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